Wenn wir in der Umgebung von Grevenbroich mit dem Fahrrad unterwegs sind, sehen wir am Wegrand oftmals verwitterte Steine mit Inschriften stehen. Erinnerungen an Güter, Höfe und ganze Dörfer, die seit Beginn des Braunkohleabbaues im rheinischen Revier den Tagebauen weichen mussten. Wir sind von Umsiedlung nicht betroffen, machten uns aber trotzdem unsere Gedanken über die Menschen, die ihre Heimat verloren, auch wenn sie wenige Kilometer weiter ein neues Zuhause fanden. Und wie sieht es eigentlich aus, wenn ein Dorf über Monate und Jahre Stück für Stück stirbt?
Die Fotoserie beginnt im Jahre 2004. Zu diesem Zeitpunkt standen schon einige Häuser leer, aber es war noch nicht viel vom Abriss zu sehen. Wir haben uns bemüht, in jedem Jahr etwa vom gleichen Standpunkt aus zu fotografieren.
Im Jahr 2006 endet das Leben im Ort Otzenrath. Systematisch wird ein Haus nach dem anderen abgerissen, die Fläche eingeebnet. Im Juni des Jahres findet der letzte Gottesdienst in der Kirche statt - sie wird entweiht.
Unsere ersten Bilder sind aus dem Sommer 2004. Die Umsiedlungen hatten schon begonnen, viele Häuser standen leer, aber der Abriss war noch nicht sichtbar. Das Bild änderte sich in den folgenden Monaten und Jahren jedoch sehr schnell, wie sie an den Fotos von 2005 und 2006 erkennen können.. Und Ende Juni 2006 stand der Abraumbagger das erste Mal unmittelbar am Ortsrand.